Repair Rebels - digitale Plattform für Schuh- und Bekleidungsreparaturen

Repair Rebels ist ein Sustainable FashionTech Startup und baut eine Plattform, auf der Technologie auf traditionelles Handwerk trifft. Digital, bequem und unterhaltsam! Durch die Digitalisierung der lokalen Handwerksindustrie bietet Repair Rebels eine echte Alternative zur Kultur des „buy, use, dispose“ und fördert einen Ansatz der „Kreislaufwirtschaft“ für die Produktion und den Konsum von Mode. Sie bietet Nutzern eine einfache Möglichkeit zur Reparatur, während sie ihren Beitrag für einen umweltfreundlicheren Planeten leisten und lokale Arbeitsplätze sichern.

1. Wie erklärt ihr euren Großeltern, was ihr macht?

Wir wollen die Welt zu einem besseren Ort machen, indem wir die schnelllebige Modeindustrie und den Konsumerismus bremsen. Beinahe die Hälfte der Deutschen hat noch nie ein Kleidungsstück oder ein paar Schuhe repariert oder (durch Änderungsschneider oder Schuster) reparieren lassen (Greenpeace, 2015). Stattdessen bestellen die meisten Konsumenten online neue Kleidung und ersetzen so ihre Lieblingsstücke. Wir wollen die Wertschätzung für die Handarbeit und den Respekt für Dinge, die wir bereits besitzen, fördern und das lokale Handwerk unterstützen.

Wir machen mit einer digitalen Plattform das Suchen und Bestellen von Reparaturdienstleistungen beim Schneider oder Schuster vor Ort so einfach wie das Bestellen eines neuen Kleidungsstückes. So kann man bequem von Zuhause aus eine Reparatur buchen. Das Kleidungsstück wird zum gewünschten Zeitpunkt abgeholt und einige Tage später wieder repariert zugestellt. Mit unserer digitalen Lösung machen wir Textil- und Schuhreparaturen, vor allem für die jüngere Generation leicht zugänglich und auch cool!

2. Wer ist alles im Team und was sind die verschiedenen Aufgaben?

Unsere Tema besteht aus drei Frauen, Dr. Monika Hauck, Manou van Dijk und Eszter Szasz, die alle bereits viel Erfahrung in der Modeindustrie sowie im sozialen Unternehmertum gesammelt haben. Wir lieben Mode, aber wir sind überzeugt, dass guter Geschmack nicht auf Kosten der Umwelt oder anderer Menschen gehen sollte. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, die Modeindustrie nachhaltig und sozial zu machen.

Die Aufgabenverteilung sieht wie folgt aus: Monika, als Innovations- und Finanzexpertin, kümmert sich um die Geschäftsstrategie sowie das Business Development. Manou, als studierte Modedesignerin, beschäftigt sich mit den Aufgaben des Geschäftsbetriebs und dem Partnerschaftsmanagement mit Änderungsschneidern und Schustern. Eszter, als erfahrene Medien und Band Managerin, übernimmt das Marketing sowie die Markenentwicklung.

3. Wie ist die Ideen zu eurem Startup entstanden?

Die Idee für Repair Rebels ist tief in Monikas Kindheit verwurzelt. Sie ist in der postsowjetischen Union Litauen aufgewachsen und hat die Fähigkeit, Kleidung herzustellen und zu reparieren, in der Schule erlernte. Nachdem hat sie sechs Jahre lang als internationale Model gearbeitet und sich demnächst der Finanzbranche zugewandt, promovierte Monika an der WHU - Otto Beisheim School of Management, wo sie den Innovationsprozess in der Modeindustrie analysierte. Während dieser Zeit erkannte sie, dass die Industrie auf einem sehr linearen Geschäftsmodell basiert ist und dass es am Anfang der Wertschöpfungskette und auch am Ende des Produktlebenszyklus wenig Innovation gab.

Die Modeindustrie hat ein großes Überproduktions- und Verschwendungsproblem. Sie ist eine sehr verschwenderische und umweltschädliche Industrie. Anstatt zu versuchen, eine weitere nachhaltige Modemarke aufzubauen, beschloss Monika, nach Wegen zu suchen, die Kleidungsstücke, die wir bereits besitzen, länger zu verwenden und die Modeindustrie in die Richtung einer Kreislaufwirtschaft zu bewegen. Sie warb für ihre Ideen auf verschiedenen Fashion Revolution Veranstaltungen, wo sie Manou und Eszter traf und sie überzeugen konnte, sich der Reise anzuschließen.

4. Was waren bisher die größten Herausforderungen?

Unsere größte Herausforderung war und ist die Logistik hinter der Plattform. Wir sind die Ersten, die den traditionellen, heute noch sehr analogen Markt für Reparaturen digitalisieren. Wir lernen diesbezüglich täglich dazu.

Covid 19 hat in diesem Zusammenhang einiges verändert. Viele Schneiderein und Schuster leiden unter großen Umsatzeinbrüchen. Konsumenten bestellen nun noch mehr online als noch vor der Krise. Parallel ist ihre Bereitschaft, eine Änderungsschneiderei für Anpassungen oder Reparaturen aufzusuchen, weiter gesunken. Somit ist der Plattform-Gedanke alleine unserer Ansicht nach nur durch eine Ergänzung mit einer komfortablen und sicheren Logistikanbindung sinnvoll. Wir erhöhen somit zum einen die online Präsenz der Reparaturdienstleister und schaffen zusätzlich einen digitalen Rundumservice inklusive Abholung und Zustellung. So wird Repair Rebels zu einer echten Alternative zum Neukauf.

5. Was war der schönste Moment in der Gründungsphase?

Tatsächlich gibt es bei so einem emotionalen Thema wie dem Reparieren unserer Lieblingsstücke unheimlich viele, schöne Momente. Unser schönster Moment war die Erkenntnis, dass wir in dieser besonderen Zeit vielen Schneidern und Schustern eine digitale Lösung für ihre sinkenden Umsätze anbieten können.

Konsumenten suchen nach lokalen, sozialen und modernen Möglichkeiten einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Das traditionelle Handwerk sollte unbedingt erhalten werden. Das ist allerdings nur durch eine Modernisierung möglich. In den letzten Monaten haben wir einige Gespräche mit Änderungsschneidern und Schustern geführt. Diese suchen händeringend nach neuen Möglichkeiten mehr Aufträge zu bekommen. Besonders für die Modestadt Düsseldorf ist solch ein modernes Konzept eine willkommene Alternative, um auf lokale Talente zu setzen, die unabhängig von internationalen Lieferketten unsere Lieblingsstücke reparieren können.

6. Wie habt ihr vom Ignition-Programm erfahren?

Wir haben vom Ignition-Programm durch DigiHub Veranstaltungen und Empfehlungen von anderen Gründern erfahren!

7. Wie empfandst du bzw. ihr den Bewerbungs- und Auswahlprozess von Ignition?

Vor der Antragstellung erhielten wir eine Menge Informationen über die wichtigsten Anforderungen des Programms. Der Bewerbungs- und Auswahlprozess bei Ignition war ebenfalls unkompliziert und vor allem schnell – ein entscheidender Faktor für Startups.

8. Was war bisher die beste Erkenntnis, die ihr aus dem Programm mitnehmen werdet?

Fragen kostet nichts - traue dich, frage nach und sprich mit Experten!

Wir sind bereits in vielen verschiedenen Bereichen mit dem DigiHub in Kontakt gekommen und schätzen ihre Arbeit bei der Digitalisierung vom Land-NRW und seinen vielen verschiedenen Industrien. Aufgrund der Tatsache, dass das DigiHub Ignition Programm auch von der regionalen Regierung unterstützt wird und unabhängig von einem großen Unternehmen ist, haben wir das Gefühl, dass die bestmögliche Unterstützung der Statups die wichtigste Priorität des Programmes ist. Das Programm bietet eine echte finanzielle Unterstützung bei der MVP Entwicklung und leistet hervorragende Arbeit bei der Anbindung von Startups an seinen großen Pool von Partnerorganisationen.

9. Wie beurteilt ihr die Startup-Szene in Düsseldorf und was wünscht ihr euch noch?

Düsseldorf ist ein Dorf, ganz besonders im Bezug auf die Startup-Szene. Man kennt sich, unterstützt sich und Wege sind kurz. Die Startup-Szene ist noch klein, aber sehr dicht, verfügt über vielfältiges Industrie-Know-how und ist bereit, zusammenzuarbeiten. Das macht Düsseldorf, auch im Vergleich mit Berlin oder München, zu einem attraktiven Standort, um ein Unternehmen zu gründen.

10. Wobei können wir und unsere Community euch derzeit weiterhelfen?

Wir sind auf der Suche nach E-Commerce- oder analogen Geschäften und Modemarken, die unsere Kooperationspartner werden könnten und mit Repair Rebels die Lebensdauer ihrer Produkte verlängern oder ihren Kunden besser passende Kleidung anbieten könnten. Gleichzeitig suchen wir auch Praktikanten, die sich für das Thema Nachhaltigkeit in der Mode oder Social Media Marketing begeistern.

Sonstige Fragen:

1. Unverzichtbare Tools im Arbeitsalltag?

Zoom, GDrive und Miro – super hilfreich im Homeoffice!

2. Welches Buch könnt ihr Gründern empfehlen?

Testing Business Ideas, David Bland & Alexander Osterwalder

New Power, Jeremy Heimans & Henry Timms

Lean Impact, Ann Mei Chang

The Four, Scott Galloway

Never Split the Difference, Chris Voss & Tahl Raz

Get Some Head Space, Andy Puddicombe

3. Eure Informationsquellen im Netz?

Für Innovation und Tech: Gründerszene, Harvard Business Review, Newsletter der NFX Venture Capital Gesellschaft

Für Mode: Business of Fashion, TextilWirtschaft, Highsnobiety

Für Nachhaltigkeit: Fashion Revolution, Greenpeace, Ellen MacArthur Foundation

Vielen Dank für das Interview!

Ihr wollt mehr über Repair Rebels erfahren? Dann schaut auf Facebook vorbei: https://www.facebook.com/repairrebels/